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Electro-Indus Darkwave Stillste Stund Blendwerk Antikunst
CDcame out in2005 - Alice In ...
Stillste Stund : Blendwerk Antikunst, review, tracklist, mp3, lyrics

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Tracklist
DISC 1

1. Untertage (05:46)
2. Apocalyptic Noon (05:53)
3. Alice II (Nie allein mit dir) (05:42)
4. Kein Mittel gegen dieses Gift (05:05)
5. Darksomely (05:49)
6. Ananke (06:49)
7. Die Teufelsbuhle (07:00)
8. Secludia X (06:12)
9. Obsessed with Purple (05:32)
10. Geistunter (Psychoclonehardcorechrist) (04:33)
11. Blendwerk Antikunst (07:22)
12. Lass uns der Regen sein (07:36)

DISC 2 (Limited Edition)

1. Endwerk (23:00)
2. Endwerk (Short Shylock Version) (05:23)

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1-UNTERTAGE


Wir graben Untertage,
Denn wir haben mit der Welt dort oben nichts gemein.
Im Schacht Untertage,
Denn wir suchen nach der Wahrheit in Lehm und Stein.

Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt!
Und leider ist nicht alles tief, was schwarz ist – Nein!
Leider nein.

Wir graben Untertage,
Und mag der Untergrund der Welt so tief noch sein.
Im Schacht Untertage,
Lachter um Lachter, Stein um Stein.

Und so manches Schwarz gibt vor, tief zu sein.
Doch setzen wir den Bohrer an, treffen wir auf schnöden Stein!
Auf schnöden Stein.

Du fürchtest, wir könnten am anderen Ende in den Himmel fallen?
Keine Angst, mein Freund! Keine Angst!
Mit jedem Pickelschlag, mit jedem Steinsplitter,
der herausplatzt und durch die Luft geschleudert wird, mach Dir klar:

Der Himmel will uns nicht!
(Der Himmel will uns nicht!)
Und wenn die Erde über uns zusammenbricht...
Der Himmel will uns nicht!
(Der Himmel will uns nicht!)
Glück auf!
Der Himmel will uns nicht!
(Der Himmel will uns nicht!)
Nein.
Der Himmel will uns nicht!
(Der Himmel will uns nicht!)
Nein!

Lasst die Bohrer Dreck fressen!
1, 2, 3, 4!

Weiter Untertage,
Unsere Förderkörbe könnten voller nicht sein.
Im Schacht Untertage,
Denn die Wahrheit liegt dort unten zwischen Lehm und Stein.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt!
Und es ist nicht alles tief, was schwarz ist –
Scheiße, nein!
Leider nein.

Immer weiter, immer tiefer – Abraum!
Immer weiter, immer tiefer – Abraum!




2-APOCALYPTIC NOON



I give you all my darkness,
I give you all my pain.
I want to hold your heart,
I want to take away your shame.

This is not a spy game.
Leave all your hopes and desires,
Just shut down your brain.

And your love is fading,
Blinded in my shade.
I feel my heart craving,
In the hours so late.

Fear is slowly taking
Hold of our embrac.e
All our hopes are breaking,
As the light dies in a misty haze.

We feel the raging sadness
Like needles in our veins.
Ours souls, they slowly fall apart.
Our tears they fall like rain.

We must forget those horrors,
Need to forget the pain.
Leave all our regrets behind us,
Empty our crowded brains...

We are sun and starlight,
We are moon,
We watch the apocalyptic noon (go by).

We are sun and starlight,
Children of the moon,
We watch the apocalyptic noon (go by).




3-ALICE II (NIE ALLEIN MIT DIR)



Alice! Du bist nicht tot...

Alice öffnete ihre Lider – grelles Licht!
Auch wenn es nur das fahle Mondlicht war, welches in ihr Zimmer schien,
fiel es ihren Augen doch sehr schwer, sich nach all der Zeit in tiefster Dunkelheit langsam wieder daran zu gewöhnen.

Da man sie im ersten Moment tot glaubte, hätte man ihren schwachen Herzschlag in jener Nacht, in der sie vor dem großen Spiegel zusammengebrochen war, beinahe nicht bemerkt. So lag sie nun aber in ihrem Bett; bis zu diesem Moment ohne Bewusstsein.
Seit eben dieser einen Nacht - vor nunmehr genau vier Jahren...

Alice versuchte, ihre schmerzenden Augen zu bewegen. Langsam wanderte ihr Blick die Decke ihres Zimmers entlang und an einer Wand hinunter.
Sie freute sich, neben einem Spiegel auf der Kommode ihre alte Spieluhr
erkennen zu können. Doch zog sich diese plötzlich wie von Geisterhand auf...

Ihr Lächeln verflog wie im Nu vom Gesicht
Etwas war bei ihr, was wusste sie nicht.
Doch beim Blick in den Spiegel wurd ihr bald klar:
Es war die blasse Gestalt, die sie wieder dort sah.

Schon seit langer Zeit sitzt etwas tief in dir,
Hört dich atmen und schreit, lacht und weint mit dir
Könntest du ahnen was in deinem Kopf geschieht...
Du bist nie allein - allein mit dir, Alice!

Sie versuchte sich weiter aufzurichten, um aufzustehen, doch es war ihr anfangs kaum möglich ihren Körper auch nur wenige Zentimeter zu bewegen.
Immernoch alles verschwommen in ihren Augen, gelang es ihr nach einer ganzen Weile schließlich doch und so wankte und tastete sich das Mädchen durch den nur schwach erhellten Raum.

Sie zwang sich voran, ängstlich, Schritt für Schritt
Ihr Körper so schwach, er machte kaum mit.
Hin zum Spiegel dem Gesicht entgegen.
Es konnte nur dort eine Antwort geben.

Später wird man übereinkommen, Alice sei schwer krank, und wird sie unter starke Beruhigungsmittel stellen. Denn so pflegt man es stets zu handhaben, wenn jemand der Wahrheit zu nahe rückt...

Sie berührte den Spiegel: kalt war er nicht.
Es war nichts mehr zu sehen, auch nicht das Gesicht.
Vielleicht war es gut jetzt und alles vorbei.
Doch dann zerriss die Nacht ihr grässlicher Schrei.

Schon seit langer Zeit sitzt etwas tief in dir,
Hört dich atmen und schreit, lacht und weint mit dir
Oftmals ist dir fremd was du im Spiegel siehst
Du bist nie allein - allein mit dir, Alice!

Was siehst Du, Alice? Was ist dort im Spiegel?
Alice!




4-KEIN MITTEL GEGEN DIESES GIFT



Sie war so wunderschön.
So wunder, wunderschön...

Gestern hab ich´s wieder, wieder, wieder getan:
Ich strich über ihre blasse Haut,
Über ihre Schultern hoch zum Hals,
Und dann nahm ich beide Hände und ich drückte fest zu!

Es gibt kein Mittel gegen dieses Gift! ...

Und ich drückte fester, fester, fester zu.
Doch es schien ihr zu gefallen,
Denn sie wehrte sich kein Stück.
Mein Gott, ich glaub, sie lag schon länger tot!

Es gibt kein Mittel gegen dieses Gift! ...

Sie war so wunderschön
Ich glaubte sie schwach atmen zu sehen
Doch sie lag schon lange tot
Meine Hoffnung lag schon lange tot
tot, tot, tot, tot, tot!

Immer wieder, wieder, wieder hab ich´s versucht
Sie zurück in´s Leben zu schütteln.
Doch es wollte mir nicht gelingen.
Höre sie wohl nie mehr für mich singen.

Es gibt noch Hoffnung.
Wo ist deine Hoffnung?

Es gibt kein Mittel gegen dieses Gift! ...




5-DARKSOMELY



Everytime we meet,
It makes me feel so cold.
A shiver runs down my spine
And hits the core of my soul.

Though you also let me hear,
let me hear the sirens call.
And those infatuating voices
Seem to be worth dying for

I´m just about to break
I´m just about to fake

Im darksomely addicted to this,
Darksomely - for a moment of bliss.
It´s not worth it from my very own point of view
To exchange a dream for what they call truth.
(To exchange a dream for such an illusive truth.)

Everytime we part
It makes me feel so sick.
There´s nothing left but pain inside
And a dark shade in my head.

For you let me see,
Let me see through closed eyes.
And those incredible images
Seem to compensate for all life´s lies

...

You give me something easy
That I can complicate
You give me something beautiful
That I can destroy and hate

And if it feels this good
It must be the perfect dream
Found far beyond despair
Hardly noticed behind the scenes.

Im darksomely addicted to this
Just for a brief moment of bliss.
It´s not worth it from my very own point of view
To exchange a dream for what they call truth.
(To exchange a dream for such an illusive truth.)




6-ANANKE



Hast Du sie nicht schon oft gespürt,
Die Macht, die Dich durch´s Leben führt?
Weißt Du es denn nicht lange schon,
Freiheit ist nur eine Illusion.

Fühlst Du die Leere in jedem Atemzug?
Hörst Du die Stimme, die Deinen Namen ruft?

Ananke, Ananke, Ananke,
Bringst meiner Liebe Tod!
Ananke, Ananke, Ananke,
Du bittersüße Lust.

Hast Du Dich nicht schon oft gefragt,
Was passiert, wenn Du es wagst,
Deinen eignen Weg zu gehen,
Nicht mehr in Reih und Glied zu stehen?

Siehst Du die Zeichen, tief in der Dunkelheit?
Hör Deine Seele, die nach Vollendung schreit!

Ananke, Ananke, Ananke,
Lass mein Leben los!
Ananke, Ananke, Ananke,
Verfluchter Mutterschoß!

Bist Du nicht oft nachts aufgewacht,
Hast stundenlang nur nachgedacht,
Über den Faden, der sich durch´s Leben spinnt,
Die Zeit, die wie Sand durch Finger rinnt?




7-DIE TEUFELSBUHLE



Unschuld weiß davon nicht, doch neulich Nacht sah ich sie sich wie auf Katzenpfoten davonstehlen, als sie uns alle schlafend wähnte.
Ich folgte ihr mit ebenso leisen Schritten bis hin zu einem seltsamen Brunnen.
Sie stieg über die Mauer und glitt hinunter. Ich dachte nicht weiter darüber nach und kletterte ihr hinterher.
Ich folgte ihr hinunter in die Dunkelheit. Unbemerkt immer tiefer in die Dunkelheit...

Ich weiß, sie ist schuldig, weiß sie ist schuldig,
Sie ist schuldig, schuldig!
Ich weiß, sie belügt dich, weiß sie betrügt dich,
Sie verbiegt sich. Unschuld belügt dich!

Und wenn Du das nächste Mal ihr in die Augen siehst,
Denk an die Worte, die ich Dir sage:
Ich weiß, sie ist schuldig, weiß sie ist schuldig,
Sie ist schuldig. Unschuld ist schuldig!

Schenk mir nur, schenk mir nur einen Blick,
Ich beschwöre Dich!
Schenk mir nur, schenk mir nur einen Blick,
Und ich betöre Dich...

Je tiefer ich kletterte, desto unangenehmer wurde die Luft, bis es schließlich nahezu unerträglich wurde.
Mit großer Erleichterung konnte ich irgendwann endlich Boden unter meinen Füßen spüren. Die Steine waren feucht.
Die Luft war stickig und so drückend warm, dass mir beinahe die Sinne schwanden. Ich musste mich zusammenreißen.
Benommen folgte ich weiter einem niedrigen Gang und Unschulds Silhouette, die ich jetzt nur noch vage vor mir vermuten konnte...

Ich weiß, sie ist schuldig, weiß sie ist schuldig,
Sie ist schuldig, schuldig!
Ich will sie in Flammen sehen, sie soll in Flammen stehen,
Sie muss brennen. Unschuld soll brennen!

Und wenn Du das nächste Mal ihre Hand berührst,
Denk an die Worte, die ich Dir sage:
Ich weiß, sie ist schuldig, weiß sie ist schuldig,
Sie ist schuldig. Unschuld ist schuldig!

Gib mir nur, gib mir nur Deine Hand,
Ich führe Dich!
Gib mir nur, gib mir nur Deine Hand
Und ich verführe Dich...

Ich weiß, sie ist schuldig...

(Willst du nicht mit mir gehen?
Doch du kannst in meiner Welt nicht sehen!)

Denn als ich schließlich am Ende des Ganges in eine Halle gelangte, erhellt von glutartigem Licht,
Sah ich, was ich meinen Lebtag nicht vergessen kann...

1 - da lag Unschuld
2 - da lag Falschheit
3 - da lag Hinterhalt
4 – da lag Verderbtheit
5 – und 666
5 - 666

Und mag sie noch so viele Blumen im Haar tragen.
Und mag sie Dir auch den nächsten Tanz mit einem Lächeln schenken,
Freund, solltest Du nicht zu viel wagen.
Denn sei gewiss, Unschuld wird nicht an Dich dabei denken.

Komm tanz´ mit mir!




8-SECLUDIA X



Sie traut dir nicht, du bist ein Mensch!

Und so lebt sie lieber zurückgezogen
tief in den Wäldern Ihrer Träume.
Immer in dem Bewusstsein,
dass die Erfüllung eines jeden Traumes
zugleich seine Zerstörung bedeutet.




9-OBSESSED WITH PURPLE



Watch the clock (ticking slowly)
Beta block (fast beating heart)
Thoughts freeze (oh so many)
Rest in peace (falling apart)

No sleep

Electro shock (shock, shock)
Heart stopps (restless soul)
Lifesigns cease (in nomine patris)
Rest in peace (full control)

No sleep

Wrist slashed (pulsating blood)
Worlds collapse (deep cut)
Voices mute (pst, pst!)
Sleep for good (silent at last)

Insomniacs last act ...
what sort of dream will you attract?

Sleepless and obsessed with purple
(Why do I feel so)




10-GEISTUNTER (PSYCHOCLONEHARDCORECHRIST)



Fremde in einem fremden Land.
Falsche Ideale in falschen Gewand.
Blinde Augen auf den Sieg gerichtet.
Jeder Anflug von Verstand vernichtet.

Wer wirft den ersten Stein? (Geistunter)
Wer will der erste sein? (Geistunter)
Schwarz ist böse, weiß ist gut. (Geistunter)
Und herein bricht die Flut...

Und ihr Gott lächelt mild und spricht:
Tötet all die Sünder!
Schickt mir in die Flut hinaus,
Eure eignen... eignen Kinder!

Die Saat schnell aufgegangen,
Die Allianz der Dummen blind mitgehangen.
Schädel unter strengster Zensur.
Platz für den einen Gedanken nur.

Wer wirft den ersten Stein? (Geistunter)
Wer will der erste sein? (Geistunter)
Sie sind böse, wir so gut! (Geistunter)
Und herein bricht die Flut...

...

Auge um Auge, Zahn um Zahn,
Kriegsherren und Größenwahn!

Auch diesmal ist ihnen nichts zu teuer!
Ein Krieg um die Welt wie ein Bushfeuer...
Denn Willige finden sich immer bereit,
Zu einer Koalition der Überheblichkeit.




11-BLENDWERK ANTIKUNST



Sag mir, wo ein Stück Heimat liegt
Ich glaube, ich habe die Orientierung verloren.
Zeig mir, wer wir sind oder vielmehr waren.
Wo liegt noch Wahrheit tief in uns verborgen?

Denn der Herr der Finsternis ist nur ein Blender.
Er hat keinen Funken Stolz in sich.
Wühlt er doch gerne in fremden Erinnerungen
Und fördert sie als seine eigenen ans Licht.

Schsch! Sind wir nicht besser als das?

Komm, sieh mir in die Augen.
Wie konnten sie nur alles rauben?
Wohin hat sich der Geist geflüchtet?
Subkultur herausgezüchtet!

Komm, sieh mir in die Augen
Wie soll man jetzt noch etwas glauben?
Wohin hat sich der Geist geflüchtet?
Antikunst entartet und vernichtet!

Zeig mir, wo ein Stück Heimat liegt.
Ich glaube, ich kann die Sterne nicht mehr lesen.
Mein Schiff treibt ziellos auf dem Meer.
Keine Feen, keine Elfen, keine sphärischen Wesen.

Und der Engel der Finsternis ist nur eine Motte.
Sie hat keinen Funken Stolz in sich.
Sieht sie in das Dunkel wird ihr bange,
Lieber verbrennt sie im gleißenden Licht.

Schsch! Sind wir nicht besser als das?

...

Führt der Weg zu Großem nicht durch die Stille...
Such´ die Stille...




12-LASS UNS DER REGEN SEIN



(Ich liebe es, wenn es regnet)

Geh nun zurück in ihre bunte Welt,
Voll falscher Bilder und dreister Lügen.
Aufrichtigkeit ist dort stets die Dumme,
Falschheit bejubelte Heldin.

Und Wahrheit ist eine Hure,
die sich billig verkauft und schnell der Macht hingibt.
Und wollen sie auch alle ewig leben,
stirbt doch Hoffnung als letzte.

Lass uns der Regen sein,
In ihrer Welt.
(auf ihrer Haut)
Lass uns der Regen sein,
In ihrer kranken Welt.
(auf ihrer Haut)
Auf ihrer tauben Haut.




13-ENDWERK



1
Was ist geschehen? Ich kann mich nur bruchstückhaft erinnern.
Ich stand klitschenass an einem See, denn es goß wie verrückt. Ich streckte meine Hand dem Himmel entgegen und hielt irgendetwas Faustgroßes und sehr Klebriges darin. Rote Rinnsale liefen an meinem Arm herab. Ich weiß, ich muss eine ganze Zeit schon so dagestanden haben. Eine Ewigkeit. Was war geschehen?

2
Da war noch etwas zuvor.
Ich saß am See und alles war voller Blut. Weit entfernt ein Gewitter. Ich beobachtete eine Blüte, die an der Oberfläche trieb, und träumte so vor mich hin. Regen setzte ein und fiel bald in Strömen. Ein kräftiger Wind blies durch die Halme am See. Ich stellte mich auf. Meine Kleidung bereits nach kurzer Zeit von den dicken Tropfen vollkommen durchnässt, streckte ich meine Hand, die irgend etwas von dir fest umklammerte, dem göttlichen Donner entgegen.
Die Abstände zwischen Blitz und Donner wurden immer kürzer und eine unbeschreibliche Sehnsucht überkam mich. Und dieses blutverschmierte Ding in meiner Hand sah aus wie ein Herz, und es schien anzufangen zu pumpen und zu pochen. Doch das konnte nur eine Täuschung gewesen sein.

3
Ich erinnere mich. Da war noch mehr.
Vorher brannten Kerzen. Sie waren fast herabgebrannt. Ich glaube, sie brannten zu deinem Gedenken. Das blutverschmierte Kleid völlig zerrissen, lagst du neben mir. Dein Körper war nach der ganzen Zeit, die bereits vergangen sein musste, schon ganz blass. Dein neues Kleid würde ein Kleid aus schweren, nassen Blättern und Schlick sein, dachte ich mir noch.
Behutsam ließ ich deinen Körper in das Wasser gleiten. Er entfernte sich vom Ufer, versank schließlich nach einer kurzen Weile, hinab zu all den anderen Geheimnissen des stillen Sees. Versunken auch ich, lange Zeit in Gedanken. Ich nahm etwas in die Hand. Es war alles, was mir von dir geblieben war. Nur eine Blüte aus deinem Haar trieb noch auf dem Wasser, als die Flamme der letzten Kerze erlosch.

4
Ja, ich kann mich wieder erinnern. Davor saßen wir an dem See, die Kerzen brannten. Ein Glas mit einem Rest Wein war dir aus der Hand geglitten. Es war nicht bloß Wein darin. Langsam ließ ich dich in das Gras sinken. Ich steckte dir noch eine Blüte in das Haar. Ich setzte ein Messer an. Ich stieß es dir durch die Rippen. Ich öffnete deinen regungslosen Brustkorb, bahnte mir mit der groben Klinge den Weg zu deinem Herzen. Einige Regentropfen fielen und benetzten die offene, noch warme Wunde.
Ich schnitt mir dein Herz heraus. Ich trennte es von den umliegenden Blutgefäßen ab, entnahm es vorsichtig seiner Hülle. Ich nahm mir dein Herz, gehörte es doch immer schon mir.
Dein Blut bedeckte meine Hände und das Gras um uns herum. Rotes Gras! Dein Brustkorb weit offen lagst du neben mir. Dein Blick starr, doch irgendwie zufrieden. Ich schloss deine Augen.

Oft schon tat ich dir weh,
Zu oft schon, und so fragte ich dich am See,
Ob du mir helfen willst, bei meinem letzten Werk.
Du fragtest wie und ich nahm mir dein Herz!



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